Wer wir sind

Wir sind eine Initiative von engagierten Menschen, die teils direkt als Lehrende oder Studierende oder indirekt als Freund*innen oder Bekannte mit dem Institut für Bildungswissenschaft verbunden sind. Als Privatpersonen und Teil der Zivilgesellschaft sehen wir es als unsere Aufgabe, angesichts der teilweise untragbaren Situation von geflüchteten Menschen in unserem Land wie auch in Europa Verantwortung zu übernehmen, um einen Beitrag zu leisten, eine Willkommenskultur in Österreich zu schaffen, die jeden Menschen als das behandelt, was sie*er ist – nämlich Mensch mit all den ihr*ihm zustehenden Rechten. Als Forschende, Lehrende und Lernende sehen wir es als unseren Auftrag an, unser Fachwissen und unsere Expertise gezielt dafür einzusetzen, dem gesellschaftlichen Gestaltungsauftrag von Universitäten gerecht zu werden und im Rahmen unserer Möglichkeiten Räume zu öffnen, in denen wir so partizipativ und hierarchiefrei wie möglich gezielt über alternative und nachhaltige Ideen sowie Lösungsansätze nachdenken, diese möglichst auch zu realisieren und wissenschaftlich zu dokumentieren.

Insofern verfolgen wir die beiden gleichwertigen Zielsetzungen (1) sowohl dringend notwendige kurzfristige Hilfsleistungen, Sachspenden und Freiwilligendienste unbürokratisch zu organisieren und zu koordinieren als auch (2) gemeinsam über strukturell nachhaltige Lösungen nachzudenken und Initiativen zu starten.

In diesem Sinne versteht sich SOLIdee.at als Zusammenschluss vieler Privatpersonen, die sich engagieren wollen, gekennzeichnet als SOLIdee-Praxis, aber auch als Initiative des Instituts für Bildungswissenschaft – gekennzeichnet durch BIWI-SOLIdee. Dabei muss es aber nicht bleiben – wir freuen uns sehr über Zuwachs: Jede*r, der*die sich angesprochen fühlt, sei herzlich eingeladen, zu partizipieren (das gilt für Privatpersonen ebenso wie für Universitätsangestellte, Institute und Fakultäten).

Wie haben wir begonnen…

Eigentlich hat alles ganz zufällig begonnen: Aus dem Engagement Einzelner, denen die Situation von Geflüchteten in Österreich alles andere als egal war und der unmittelbar darauf folgenden Erkenntnis, dass eben jene Einzelnen alleine nicht viel mehr bieten können als den berühmten „Tropfen auf den heißen Stein“. Somit haben wir dann als Privatpersonen beschlossen, Freund*innen, Bekannte und Kolleg*innen zu einer Diskussionsveranstaltung einzuladen.

Noch vor dieser ersten Diskussion haben wir von der Institutsleitung des Instituts für Bildungswissenschaft der Universität Wien volle Unterstützung zugesagt bekommen – einige von uns sind dort beschäftigt. Es hilft, wenn Studierende und Lehrende ebenfalls miteinbezogen werden können (sofern sie dies wollen, versteht sich).

Was wir wollen und wie wir es versuchen zu erreichen…

Erklärtes Ziel von (BIWI-)SOLIdee ist, sich für die Situation von Geflüchteten einzusetzen und sich hier auch klar zu positionieren – und zwar aus humanistischer und menschenrechtlicher Perspektive. Dabei soll es aber nicht bleiben, denn Nachdenken und Reden alleine ist zu wenig.

Was wir brauchen, sind konkrete, möglichst selbstorganisierte und dennoch koordinierte HANDLUNGEN.

Was wir wollen, ist viel – und dennoch schaffbar, davon sind wir fest überzeugt:

Haben wir begonnen, die Website SOLIdee.at aufzusetzen, welche dem Bündeln von Informationen dienen wird. Bei all dem großartigen und vollkommen freiwilligen Einsatz vieler, vieler Menschen da draußen fällt uns immer wieder auf, dass wichtige Infos in der Fülle der Benachrichtigen in den diversen sozialen Medien schnell verloren gehen. Wir werden hier versuchen, bestmöglich und nach Themen sortiert Initiativen zu verlinken und freiwilliges Engagement zu vernetzen.
Wollen wir unsere eigenen Aktivitäten und Erfahrungen mit Euch teilen. Wir sehen die dringende Notwendigkeit, hier am Ball zu bleiben – denn so, wie es derzeit ausschaut, werden wir alle mit unserem Engagement auch in den nächsten Wochen und Monaten noch dringend gebraucht. Dazu gehört das Sammeln, Lagern, Sortieren von Sachspenden in einem eigens dafür eingerichteten externen Lager sowie das Austeilen derselben ebenso wie Informationsveranstaltungen, Freiwilligeneinsätze und vieles mehr. Dies soll so unbürokratisch wie möglich geschehen, ohne dabei jedoch zu übersehen, dass koordiniertes Vorgehen dabei durchaus hilfreich sein kann, und auch Helfer*innen eine Struktur brauchen, die sie mit den teilweise intensiven emotionalen Erfahrungen nicht alleine lässt.Haben wir die Hoffnung, dass das Teilen eben jener Erfahrungen wie auch das Sammeln von Geschichten, die hier erzählt werden sollen, dazu beitragen, einen Beitrag zur Änderung des Klimas leisten kann. Wir wollen den Menschen, die nach unendlichen Qualen und Strapazen zu uns kommen, ein Gesicht und die Möglichkeit geben, selbst zu Wort zu kommen – eben weil sie MENSCHEN sind, die etwas zu erzählen haben und nicht in einer anonymen Masse verschwinden sollen.

Sind wir davon überzeugt, dass das Teilen von Best-Practice-Beispielen dringend notwendig ist, um auch hier nachhaltig Veränderungen herbeizuführen. Gerade weil es so viele engagierte Menschen in Österreich gibt, liegt es in unserer Verantwortung, positive Erfahrungen auch sichtbar zu machen.
Wollen wir dazu beitragen, dass Geflüchtete in Österreich auch wirklich „Fuß fassen“. Damit wollen wir einen Beitrag leisten, dass Nachhaltiges entsteht und somit Vereinsamung und drohender Randgruppenbildung vorgebeugt wird. Wir planen, Freiwillige für ein uniweites Buddy-Projekt zu finden, durch das Menschen auf der Grundlage von geteilten Interessen (beruflich wie privat) die Möglichkeit bekommen, Freundschaften zu schließen und Zugang zu für sie wichtigen Netzwerken zu bekommen.
Würden wir gerne aktiv auf lokale Initiativen auf regionaler Ebene zugehen und gemeinsam an der Schaffung von Strukturen eines echten Dialogs arbeiten. Damit verbindet sich die Hoffnung, dass dadurch Ängste abgebaut und in weiterer Folge Geflüchtete menschenwürdige Unterkünfte und Begleitung finden.
Sehen wir die Notwendigkeit, uns gegenseitig zu stärken. Unserer Erfahrung nach sind die Begegnungen mit und die Geschichten von Geflüchteten nicht immer leicht zu verdauen. Ein geeigneter Rahmen zur gegenseitigen Unterstützung ist hier von enormer Bedeutung.

BIWI-SOLIdee will darüber hinaus:

Als Disziplin, die als eine ihrer Kernaufgaben das Nachdenken über soziale Wirklichkeit(en) definiert, im Rahmen der eigenen Möglichkeiten Verantwortung übernehmen: Durch Positionierungen, durch konkrete Initiativen, durch Forschung wie auch durch Lehre.
Als Bildungsinstitution bereits bestehende Kompetenzen nutzen und fehlende Kompetenzen entwickeln: Wir wollen dazu beitragen, insbesondere hinsichtlich der Bildungssituation geflüchteter Kinder und Jugendlicher nachhaltige und längerfristige Lösungsvorschläge zu erarbeiten.
Studierende beim Planen und Umsetzen von Initiativen einbinden. Die Universität als Ort des gemeinsamen Nachdenkens und Entwickelns von Ideen bietet dafür unserer Ansicht nach ideale Rahmenbedingungen.

Ohnehin vorhandenes Wissen nutzbar machen: Regelmäßig stattfindende Diskussions- und Informationsveranstaltungen von und mit Expert*innen zu einzelnen Themen sollen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht und damit Wissen verbreitet werden.
Letztlich auch Räume schaffen, in denen Begegnungen mit Geflüchteten ermöglicht werden können – für konkrete Initiativen wie auch in Form eines Nachdenkens über die Möglichkeit einer „refugee academy“, bei der Geflüchtete vorerst informell in universitäre Forschung und Lehre eingebunden werden können.

Wie wir’s versuchen:
unbürokratisch, schnell und dennoch koordiniert

-> im Rahmen regelmäßig stattfindender Informations-, Austausch- und Vernetzungstreffen
-> Gemeinsam – wir sind nicht nur auf Eure Hilfe, sondern auch auf Eure Erfahrungen, Eure Kontakte und vor allem auch auf Eure Ideen angewiesen.

-> Viele Schultern tragen leichter als eine: Je mehr Menschen sich einbringen, umso nachhaltiger und schaffbarer wird’s für uns alle.